Musikalische Bildung in den Kindergärten und Früherziehungseinrichtungen

Kindergarten Musikalische Früherziehung

Zahlreiche Studien der letzten Jahre belegen, dass eine musikalische Förderung im Kindesalter nicht nur musikalische und kulturelle Kompetenz vermittelt, sondern gleichzeitig Konzentration, Leistungsbereitschaft, Gemeinschaftssinn, Kommunikationsfähigkeit, Rücksichtnahme, Toleranz und Kritikfähigkeit, Gemeinsinn, Kreativität und die Leistung der Kinder steigert.

„Musik ist eine besonders komplexe menschliche Tätigkeit, die an unser Gehirn höchste Ansprüche stellt. Bedenkt man nun zusätzlich, dass Musik sehr früh wahrgenommen wird ( ... ) und Gedächtnisleistungen auf unterschiedlichen Ebenen voraussetzt und dass sich das Gehirn des Säuglings noch über Jahre nach der Geburt erfahrungsabhängig entwickelt, so tritt die Bedeutung von Musik für die kindliche Entwicklung wieder in den Vordergrund.“ (Spitzer, Manfred: Musik im Kopf. Hören, Musizieren, Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk. Stuttgart, New York, 2002).

Ausgebildete Kindergarten-, Früherziehungs-, Hortpädagoginnen und -pädagogen sind befähigt, Kinder ganzheitlich zu fördern. Dabei kommt der Musik ein großer Stellenwert zu:

  • Im Rahmen der professionell betreuten Einrichtungen wird frühzeitig dafür gesorgt, dass Kinder Wahrnehmungen, Bewegungen und Emotionen so ausbilden, wie sie für die Vielfalt kulturellen Erleben notwendig sind.
  • Frühe musikalische Hörerlebnisse führen zu differenzierten Grundstrukturen im Gehirn hinsichtlich ganzheitlicher Wahrnehmung von Melodien, rhythmischer Gestaltungsmuster und der Ausbildung eines tonalen Systems. Aus ihnen entwickelt sich eine individuelle Musikkultur.
  • Bewegung ist ein wichtiger Ausgangspunkt musikalischer Bildung, deshalb benötigen Kinder reichhaltige Körpererfahrungen; dazu zählen die Entwicklung und Förderung von Kreativität in Bewegung und Musik, die Förderung emotionaler Ausdrucksfähigkeit, die Beobachtung und Entwicklung von Körpersprache, Bewegungsmustern, Raumerfahrung. Kreisspiellieder, Tanzlieder und -spiele sowie einfache Volkstänze sind wichtige Elemente von Aktivitäten im Feld „Musik und Bewegung“.
  • Schaffung einer akustischen Umgebung, die Klänge, Geräusche, Stille hörbar macht; bewusste Aufmerksamkeit für Töne, Geräusche, Klänge in Alltagszusammenhängen.
  • Interesse für die Stimme als erstes „Musikinstrument“ wecken: Stimmbildung, gemeinsames Singen (Kinder- und Volkslieder, Liedgut für den Jahresfestkreis, Popularmusik)
  • frühe Verbindung von Sprache und Musik: musikalische Gestaltung von Reimen, Geschichten und Bilderbüchern („Klanggeschichten“); viele Lieder und Singspiele beziehen dabei auch noch den Körper und seine rhythmischen Bewegungsmöglichkeiten mit ein; dabei nutzen Kinder die vielfältigen Formen der Nachahmung und des szenischen Rollenspiels.
  • Musik machen aus allen Tönen und Geräuschen, möglichst im Verbund mit anderen Tätigkeiten, z.B. beim Spielen, Tanzen, in Rollenspielen.
  • Kennenlernen von Musik durch Erleben, wenn möglich, nicht durch technische Medien präsentiert, sondern durch Menschen, die aktiv musizieren (Vorbildwirkung durch Vorsingen und Vorspielen).
  • Vermittlung von Zugängen zu Musik, z.B. durch Bewegen, Malen, „Spiel-mit-Sätze“ (Orff-Instrumentarium)
  • Improvisation und kreatives Gestalten - Entwicklung und Förderung von Kreativität in Bewegung und Musik
  • Zeit, in der die Kinder ihren (musikalischen) Erfahrungen nachhängen, sie vertiefen und mit früheren Erfahrungen verknüpfen können.
  • u.a.m.

„Das Wesentliche am musikalischen Lernen ist also ein Lernen in sehr komplexen Zusammenhängen. Man kann in der Musik Melodie, Metrum, Rhythmus, Harmonie, Stimme, Körper, Geist und Gefühl nicht voneinander trennen. Tut man dies, geht die Musik verloren. Musik ist eine integrative Leistung." (Gerd E. Schäfer, Hrsg., Bildung beginnt mit der Geburt. Berlin – Düsseldorf – Mannheim 2007.)

Links


Ausbildung zur / zum Kindergartenpädagogin, -pädagogen
Informationen auf musikbildung.at

http://musikbildung.at/

 

Salzburg

Carl Orff Institut für Elementare Musik und Tanzpädagogik an der Universität Mozarteum Salzburg

http://www.orffinstitut.at/